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Recihweite altIn Frühling 2016 habe ich in meinem Flugzeug, einer DG800, umgestellt von Classic-FLARM auf Power-FLARM, noch ohne Zweit-Antenne. Der Einbau war problemlos, aber die erwarteten Ergebnisse in der Verbesserung der Empfangsleistung gegenüber dem Classic-FLARM blieben aus.

Im gleichen Jahr, 2016, hatte ein Freund am Col d‘Etache eine leichte (sic) Mid-Air-Collision, die glücklicherweise ohne ernste Folgen blieb. Beide Delinquenten hatten FLARM. Die beiden Piloten waren unbemerkt in eine Huckepack-Situation geraten, ohne dass ein FLARM gemeckert hätte, Abstand nur 5 - 6 m. Als dann schlussendlich die FLARMs doch noch Alarm geschlagen haben, berührten sich die beiden Flugzeuge bei den Ausweichbewegungen an den linken Außenflügeln. Die spätere genaue Analyse durch den Hersteller FLARM (beide IGC-Dateien lagen dort vor) ergab, dass das FLARM des unten fliegenden Piloten eine sehr geringe Ausgangsleistung hatte, dass aber trotzdem der Beinahe-Unfall hätte vermieden werden können, hätte der oben fliegende Pilot ein Power-FLARM mit Zweitantenne unter dem Rumpf gehabt.

Das war für mich der Anstoß, um im Herbst 2016 das Problem des schwachen FLARM-Empfangs gezielt anzugehen und auch gleich eine zweite Antenne unter den Bauch zu bauen.

Ich habe Rat gesucht, was zu tun sei, um den Empfang zu verbessern. Und bei Bernd Dolba habe ich ihn gefunden Er hat mir bereitwilllig und schnell geholfen. Danke, Bernd.

  1. Das Kabel der Rumpfantenne zum Gerät muss möglichst genau in der Länge passen und ein Kabel mit geringem Verlust sein.
  2. Die Kabel, die normalerweise mit dem FLARM ausgeliefert werden (FLARM-Dipol, ADS-B, GPS), sind sehr dünne Koaxialkabel mit hohem Verlust. Diese Kabel müssen auf die geringst mögliche Länge gebracht werden.

Der letzte Punkt, das klingt einfach, bedeutete aber, dass die gekürzten Kabel mit neuen Steckern versehen werden müssen. Das erfordert ein wenig Übung, Geschick und eine ruhige Hand. Es ist sinnvoll, die alten Kabel nicht sofort auf die minimal notwendige Länge zu bringen, sondern zuerst nur den alten Stecker abzuschneiden und das Anbringen eines neuen Steckers an dem noch fast ungekürzten Kabel zu üben. Ich habe das dreimal gemacht. Erst dann habe ich mich getraut, die Kabel genau passend abzulängen und die Stecker zu setzen.

Als Zweitantenne für den Rumpfboden habe ich eine BD9 und ein passendes Low-Loss-Kabel eingesetzt (verständlicherweise gleich von Dolba).

Der Erfolg nach Umsetzung von Bernds Ratschlägen war überwältigend:

Ich habe eine FLARM-Konfiguration benutzt, die darauf ausgerichtet war, möglichst viele Flugzeuge zu sehen, also mit großzügigen Grenzen :

$PFLAC,S,RANGE,20000
$PFLAC,S,VRANGE,2000
$PFLAC,S,ADSBRANGE,20000
$PFLAC,S,ADSBVRANGE,2000
$PFLAC,S,PCASRANGE,7000
$PFLAC,S,PCASVRANGE,2000

Während des ganzen Jahres habe ich die NMEA-Daten in meinem PDA mitgeschnitten (XCSoar) und jetzt im Herbst die Mitschnitte untersucht.

ReichweiteDie erste Überraschung : Das FLARM hat bei einem der Flüge 48 Flugzeuge gleichzeitig beobachtet.

Die Zweite : Bei einem anderen Flug war laut Reichweitenanalysen durch das FLARM-Tool auf der Web-Seite das weitest entfernte Flugzeug, dessen FLARM-Signal empfangen wurde, 115 km weit weg.

Die Anzahl gleichzeitig beobachteter Flugzeuge im Mittel über alle Flüge ist von 3 auf 20 gewachsen.

Die mittlere FLARM-Empfangsreichweite ist von 3-4 km auf 9-10 km gesprungen.

Hier beispielhaft die Reichweitenanalyse des letzten Fluges in Serres in diesem Jahr, schon mit Firmware-Version 6.40.

Da bleibt nichts zu wünschen übrig.


 

 

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