In der Einbaubeschreibung des Rechenknechtes weise ich darauf hin, dass der Rechenknecht mit zusätzlichen Schaltern in der Bordwand einige besondere Dienste leisten kann : Er kann erkennen, dass du im Flug die Klappen und/oder das Fahrwerk ausfährst und er postuliert, dass du entweder unter einer Wolkenstraße verhindern willst, eingesogen zu werden, oder dass du dich im Start oder Landeanflug befindest. Dies sind Situationen, in denen allgemein die Gefährdung erhöht ist, sei es durch entgegenkommende Flugzeuge auf Augenhöhe unter der Wolke oder durch andere Flugverkehrsteilnehmer im Anflugbereich. In jedem dieser Fälle schaltet der Rechenknecht - unabhängig von den FLARM-Informationen - den Blitzer ein.

So weit, so gut.

Von einigen meiner Kunden kamen Rückfragen : Wo sollen die Schalter hin ?

Ich muss gestehen : Eine Lösung für alle habe ich auch nicht. Aber ich kann zeigen, wo die Schalter in meiner DG sitzen und wie sie wirken. Und ich kann einige schlaue Gedanken dazu absondern.

Hier die Bilder aus meiner DG :

 

Schalter 1

 Schalter 2 Schalter 3

 

Linkes Bild :

Es sind ein wenig künstlerische Qualitäten gefragt, wenn man die Schalter auf den gewölbten Flächen festmachen will. Ich habe dazu Knetharz verwendet (z.B. von Pattex). Du siehst davon den dunklen Sockel unter dem oberen Schalter. Der Schaltdraht geht vom Schalter nach oben und wird von der Schlauchschelle mit dem blauen Band betätigt. Das ist der Klappenhebel, mit dem ich mein Vario zwischen Gleiten und Steigen hin- und herschalte. Die Position der Schlauchschelle auf der Stange bestimmt, wann der Schalter schaltet. Bei mir ist das bei der 0° Klappenstellung : Bei 0° ist der Schalter noch geöffnet, beim Ziehen der Klappen auf die nächste Raste +5° wird er geschlossen. Dabei ist es zunächst unerheblich, ob der Schalter schließt oder öffnet, denn der Sinn der Schaltlogik kann im Butterfly umgedreht werden.

Alle diese allgemein erhältlichen Mikroschalter sind eigentlich Umschalter und können auf vielfältige Weise umgebaut werden (Schaltdraht kann anders gesteckt und/oder verbogen werden, anderer Kontakt kann benutzt werden), so dass es eigentlich (fast) immer gelingt, den Schalter so zu einzubauen, dass er das tut, was man haben will : Einschalten oder Ausschalten - Kontakt auf Masse legen oder Kontakt offen.

 

Da ist noch ein zweiter Schalter im linken Bild, jedoch ist er unglücklicherweise durch die Schubstange davor verdeckt. Im dritten Bild ist er ein wenig besser zu erkennen. Zu sehen sind nur der Betätigungsdraht, der unterhalb des erstgenannten Schalters nach links oben kommt, und die Zuleitungen (rot und schwarz mit blauer Hülle). Das ist der Fahrwerksschalter. Er ist so positioniert, dass er schaltet, wenn das Fahrwerk aus dem eingefahrenen Zustand entriegelt wird.

Und jetzt wird es ein wenig philosophisch. Einige meiner Kunden meinten, der Schalter solle schalten, wenn das Fahrwerk "ausgefahren und verriegelt" ist. So hatte ich auch mal gedacht, bis - ja bis mein Schalter "ausgefahren und verriegelt" angezeigt hat und das Fahrwerk trotzdem nicht vollständig verriegelt war und ich auf dem Bauch lag. Wahrscheinlich deshalb überwachen alle Vario-Systeme, die Fahrwerkswarnungen unterstützen, auch nur den logischen Schaltzustand "Fahrwerk eingefahren und verriegelt" (siehe z.B. Butterfly).

 

Auf dem mittleren Bild siehst du den Schalter für die Überwachung der Bremsklappen. Auch dieser Schalter schaltet im Moment des Ausfahrens der Bremsklappen. Der Betätigungsdraht ist schwer zu erkennen. Er kommt rechts von der Stop-Mutter hoch.

 

Das rechte Bild zeigt die Gesamtsicht der Bordwand.

 

Alle Schalter sind mit Knetharz befestigt. Das lässt sich nach Härtung auch wieder losbrechen. Also keine Angst, Fehler im Einbau können korrigiert werden. Das musste ich auch tun. Ich habe peinlich darauf geachtet, dass alle Leitungen fest verlegt sind und die Betätigung der Klappen und des Fahrwerks nicht hindern können.

 


 10.08.2015  Horst Rupp                                     

 

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