Wenn du dich in deiner Kiste sicher fühlen willst, dann musst du sie auch in Extremzuständen kennen. Damit meine ich keinen Kunstflug, keinen Rückenflug, sondern Situationen wie Langsamflug, auch im Kurbeln, und andererseits Schnellflug.

 

Jedes Flugzeug, machmal gibt es da sogar deutliche Unterschiede zwischen Exemplaren der gleichen Rasse, reagiert anders im Langsamflug. Früher (Spatz, ungeschränkter Cirrus) war dieses Wissen noch viel viel wesentlicher als heute, wo die Flugzeuge relativ gutmütig sind.

Beim Kurbeln willst du tendenziell langsam fliegen, am Ca max. Nur dann ist der Radius deines Kreises eng und du bleibst im guten Steigen, anstatt es außen zu umkreisen. Du fliegst also möglichst langsam und läufst immer Gefahr, dein Flugzeug zu überziehen. Dazu braucht es im dummen Fall nur eine Böe. Dann kippt der Kahn ab, nach innen oder eventuell sogar nach außen. Das Flugzeug tut das meist nicht ohne Ankündigung, es schüttelt, die Querruder rütteln ein wenig.

Nur wenn du diese Situation vielfach provozierst, bei flachenen und steileren Kreisen, mit oder ohne Wasser, bekommst du wirklich ein Gefühl für diesen Grenzzustand.

 

Auch Schnellflug will mal erlebt sein. Wenn du zum ersten Mal über 200 km/h fliegst, wirst du denken, dir hat jemand die Querruder verkeilt, so stark werden die Luftkräfte. Andererseits kommst du beim Schnellflug an die Belastungsgrenzen deines Flugzeugs. Du darfst die Ruder nur noch langsam und nicht bis zum vollen Ausschlag bewegen.

In eine Schnellflugsituation kannst du leicht kommen, ohne dass du das willst, wenn du an der Wolkenbasis entlangfliegst und die Wolke dich einatmen will.

 

 

Version 8 ---- Copyright © 2008 - 2018  Horst Rupp